Deutsche Vergangenheitsbewältigung

Newsletter der israelischen Botschaft:
>>Mehr als die Hälfte aller Deutschen (52,1%) sind der Auffassung, dass sich das Verhalten Israels gegenüber den Palästinensern grundsätzlich nicht von dem der Nazis im Dritten Reich gegenüber den Juden unterscheidet.
68% der Deutschen sagen, dass Israel einen „Vernichtungskrieg“ gegen die Palästinenser führt. Diese ernstzunehmenden Ergebnisse wurden in einer Studie (die erste dieser Art) über das Image Israels und über den Einfluss des Antisemitismus auf die deutschen Beziehungen zu Israel veröffentlicht. Die Studie wurde in Deutschland durchgeführt und wird heute im Rahmen einer Diskussion über den Kampf gegen den Antisemitismus in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Studie über „Kritik an Israel bzw. Antisemitismus“ wurde im Rahmen einer langjährigen Studie über die Situation des Antisemitismus und Rassismus in Deutschland mit dem Namen „deutsche Bedingungen“ unter der Leitung von Dr. Wilhelm Heitmeyer von der Universität Bielefeld (Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung) durchgeführt. Erstmals entschieden die Leiter der Studie, den Einfluss des Antisemitismus auf das Ansehen Israels zu untersuchen. Dies in Anbetracht der andauernden Diskussion in der deutschen Öffentlichkeit über die Grenzen zwischen Antisemitismus und legitimer Kritik am Staate Israel. Seit Beginn der Intifada haben sich deutlich antisemitische Untertöne in die Kritik an Israel gemischt, die in politischen Kreisen, in der Presse und auch in der breiten Öffentlichkeit in Deutschland Ausdruck finden. Die Ergebnisse der Studie zeigen erstaunliche Details über das Ausmaß des Zusammenhangs, der zwischen dem Antisemitismus und dem negativen Verhalten in Deutschland gegenüber Israel besteht, einem Staat, der bis vor Kurzem noch als der in der Europäischen Union am engsten mit Israel befreundete Staat galt. Die Mehrheit der Deutschen rechtfertigt Gefühle der Antipathie gegenüber Juden wegen der Politik Israels:
31,7% der Personen, die an der Umfrage teilgenommen hatten, sagten, dass die Juden ihrer Meinung nach wegen der Politik Israels nicht mehr beliebt sind.
55,6% denken, dass sich die Juden, die in Deutschland leben Israel mehr verbunden fühlen als Deutschland.
44,4% sagten, dass es ihnen aufgrund der Politik Israels verständlich sei, warum Juden gehasst werden.
81,9% gaben zu, dass sie Zorn empfinden, wenn sie daran denken, wie Israel mit den Palästinensern umgeht.
86% sagten, dass es ungerecht sei, dass Israel den Palästinensern Boden wegnimmt. Der Großteil der Deutschen vergleicht das Verhalten Israels mit den Verbrechen der Nationalsozialisten:
68,3% der Befragten gaben an, dass sie sich darüber ärgern, dass man die Deutschen auch heute noch wegen der Verbrechen an den Juden beschuldigt.
62,2% sagten, dass sie es satt hätten, von den Verbrechen der Deutschen an den Juden zu hören. Die Verfasser der Studie kamen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse der Studie daraufhin weisen, dass antisemitische Einstellungen gegen Juden und gegen Israel in das Zentrum der deutschen Gesellschaft eingedrungen sind. Bei diesen Einstellungen gibt es keinen Unterschied zwischen verschiedenen Altersgruppen oder zwischen West- und Ostdeutschen. Die Verfasser der Studie definierten vier Kriterien für antisemitische Kritik an Israel:
- Aberkennen des Existenzrechts Israels oder des Rechts auf Selbstverteidigung
- Vergleich der Politik Israels gegenüber den Palästinensern mit der Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten
- Doppelmoral gegenüber Israel im Vergleich mit anderen Ländern
- Vorurteile über Juden, über den Staat Israel und das Verantwortlichmachen der Juden für die Politik der israelischen Regierung...<< (Yediot Aharonot)

Die Heitmeyer-Studie: http://www.honestly-concerned.org/Temporary/Heitmeyer-Studie.doc
http://www.honestly-concerned.org/Temporary/Heitmeyer-Studie-Einzelanalysen.pdf (Zusammenfassung der Ergebnisse)
Reaktionen auf lgf

Donnerstag, 2. Dezember 2004, 19:14, von vr | |comment

 
Wenn das "Kritik an Israel" ist, wie ist dann erst der Hardcore-Antisemitismus?

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Wenn man noch einen halbwegs emphatischen Begriff von "Kritik" hat, dann kann man nicht "antisemitische Kritik" sagen, denn Antisemiten besitzen in Bezug auf das Objekt ihres Hasses nicht die Fähigkeit zur Kritik. Wäre interessant nachzuschauen, was in Yediot Aharonot - der Zeitung, aus der im Botschaftsnewsletter übersetzt wurde - genau stand, und ob da die Heitmeyer-Studie paraphrasiert wurde. Leider gibt es die nicht auf Englisch im Netz.
Es bleibt so, wie es seit einigen Jahrzehnten ist: Es gibt keine Antisemiten außerhalb der Naziszene, der Rest hat es immer anders gemeint und versteht überhaupt nicht, was diese ganzen Antisemitismusvorwürfe sollen.

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