Sonntag, 4. Januar 2004
Der Masterplan, ex post facto

Bahamas-Redaktion: Antipolitik und Gegenaufklärung

    "Die BAHAMAS hatte sich – seit der Ausgabe Nr.18 [das war 1995, VR] – die Aufgabe gestellt, die bundesdeutsche Linke Segment für Segment, Glaubenssatz für Glaubenssatz, als gleichermaßen theorieabstinenten wie theoriemißbrauchenden Verein zivilisationsfeindlicher Mitmacher zu delegitimieren, auszusprechen, daß diese Linke und all die anderen Mitdeutschen zusammengehören wie eine große Familie, in der man sich haßt, aber nicht voneinander lassen kann."
2000, also 5 Jahre später, waren sie anscheinend noch nicht weit gekommen, denn der Bahamas-Redakteur Justus Wertmüller warf damals - in Verteidigung von Robert Kurz - Günther Jacob während einer Podiumsdiskussion "Denunziation von Kapitalismuskritik" vor:
    "Vieles von dem, was Günther Jacob gesagt hat, wäre vielleicht vor acht oder zehn (!) Jahren mit Fug und Recht zu sagen gewesen. Wir reden doch darüber, was die Debatte in der Linken angeht, was eigentlich Auschwitz gewesen ist und ob man das einfach in Antiimperialismus klassischer Machart unterbringen dürfte - da leben wir doch danach. Diese Debatten sind gelaufen. Der letzte knüppelharte Antisemit ist seines Redakteurspostens enthoben worden: (Werner) Pirker. Das hat Gründe in einer langen Debatte, in Kritiken, die geleistet worden sind. Ich behaupte, es gibt den klassischen linken Antisemitismus in Form des Antizionismus und verwandter Erscheinungen so nicht." (vgl. Thomas Ebermann, Hedonismus statt Kommunismus? In: Jürgen Elsässer (Hg.), Deutschland führt Krieg, S. 188).
So normal es ist, die eigene Geschichte - auch die des eigenen politischen Zusammenhangs - von Zeit zu Zeit ein wenig umzuschreiben, um trotz aller Schwenks ein Bild von Konsistenz zu erzeugen, so nervt doch das Insistieren auf Konsequenz selbst da, wo sie beim besten Willen nicht auffindbar ist. Heute wissen sie, dass sie sich damals diese "Aufgabe" gestellt hatten, und in fünf Jahren werden sie etwas anderes darüber wissen, wie es damals - und heute - war.

Ein Vorschlag zur Güte: Marx hat irgendwo mal gesagt, dass in der Vorgeschichte der Menschheit (also auch jetzt) aller Fortschritt Schein sei. Vielleicht könnte man diese Weisheit zur Abwechslung auch mal auf die eigene Theoriebildung anwenden, allerdings ist das zugegebenermaßen nur selten das, was linke Jugendliche hören wollen.

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Nazis im Schnee

gesternwarnichtheute

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Wertkritisches HTML

Da die Webpage der "wertkritischen" Krisis-Gruppe in Opera ziemlich vermurkst aussieht, neugierig geworden und bei W3C validieren lassen: 1487 (!) Fehler.

Mal ehrlich: Würden Sie die Abschaffung von Ware, Geld und Lohnarbeit gemeinsam mit Leuten in Angriff nehmen, die bereits bei der Gestaltung einer HTML-Seite völlig versagen?

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